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Über 200 Jahre ein zentraler "Anlaufpunkt"

Braumeisterzeugnis aus dem Jahre 1954.

Die Geschichte unseres Hauses beginnt bereits vor mehr als 200 Jahren. Schon damals war dieses Fleckchen Erde ein zentraler Anlaufpunkt der gleichnamigen Waldarbeiter­-Siedlung (Stutzhaus), die im 17. Jahrhundert entstand und erst im Zuge der Gebietsreform von 1952 mit zwei weiteren Orten zur Gemeinde Luisenthal zusammengeführt wurde. Hier, in dem markanten Gebäude-Ensemble im Talgrund, ließen die Köhler einst ihre Erzeugnisse „zurecht­stutzen“. Die sogenannte „Stutze“ war im 18. und 19. Jahrhundert ein Hohlmaß – für jede „Stutze“ Holzkohle oder Kienruß erhielten die Köhler eine Vergütung.

Aber bereits im 18. Jahrhundert wurde im Stutzhaus auch schon Bier gebraut – und zwar so wie es damals weit verbreitet war: in kleinen Mengen für den „Eigenbedarf “. Dieser Status erfuhr erst im Jahr 1892 eine Veränderung, als der Brauer Johann Keil auf den Grundmauern des Stutzhauses eine richtige Brauerei errichtete.

Keil und sein Teilhaber Hermann Fasbender gaben dem Haus fortan seinen Namen: Brauerei Keil & Fasbender. Die Geschäfte entwickelten sich gut, der Name stand schnell für eine regional bekannte Braustätte, die bis 1962 eigenständig blieb. Im selben Jahr wurde die Brauerei zunächst ein halbstaatlicher Betrieb, 1972 schließlich ein volkseigener Betrieb.

Der VEB Brauerei Luisenthal zählte dann bis zur deutschen Wiedervereinigung zur Brauerei Gotha – eine Konstellation, die sich aus heutiger Sicht als Segen erweist. Denn 1991 übernahm die Oettinger Brauerei aus Bayern die Gothaer Braustätte und mit ihr den kurz zuvor stillgelegten Betriebsteil Luisen­thal.

Den neuen Inhabern bot sich beim ersten Besuch zwar ein trister Anblick – doch schnell fanden sie eine Antwort auf die Frage, was aus dem Stutzhaus werden könnte: ein Gasthaus mit Brauerei­museum. Fast zwei Jahre lang wurden die Gebäude mit viel Liebe zum Detail umgebaut und restauriert. Gleichzeitig wurden viele Exponate für das Brauereimuseum und für die Thüringer Heimatstube zusammengetragen, um die sich der Heimatverein Luisenthal bis heute liebevoll kümmert. Im September 1994 stand dann die feierliche Neueröffnung auf dem Plan.

Seither ist das Stutzhaus für Gäste aus nah und fern eine gute Adresse und ein Ort für Genießer – getreu dem Motto des Hauses: Sehr zum Wohle!


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