VOM KÖHLERTREFF ZUR BRAUEREI

Einblicke in die spannende Geschichte unseres Hauses

Beliebter Treffpunkt seit mehr als 200 Jahren

Die Geschichte unseres Hauses beginnt bereits vor mehr als 200 Jahren. Schon damals war dieses Fleckchen Erde ein zentraler Anlaufpunkt der gleichnamigen Waldarbeiter­-Siedlung (Stutzhaus), die im 17. Jahrhundert entstand und erst im Zuge der Gebietsreform von 1952 mit zwei weiteren Orten zur Gemeinde Luisenthal zusammengeführt wurde. Hier, in dem markanten Gebäude-Ensemble im Talgrund, ließen die Köhler einst ihre Erzeugnisse „zurecht­stutzen“. Die sogenannte „Stutze“ war im 18. und 19. Jahrhundert ein Hohlmaß – für jede „Stutze“ Holzkohle oder Kienruß erhielten die Köhler eine Vergütung.

Aber bereits im 18. Jahrhundert wurde im Stutzhaus auch schon Bier gebraut – und zwar so wie es damals weit verbreitet war: in kleinen Mengen für den „Eigenbedarf “. Dieser Status erfuhr erst im Jahr 1892 eine Veränderung, als der Brauer Johann Keil auf den Grundmauern des Stutzhauses eine richtige Brauerei errichtete.

Keil und sein Teilhaber Hermann Fasbender gaben dem Haus fortan seinen Namen: Brauerei Keil & Fasbender. Die Geschäfte entwickelten sich gut, der Name stand schnell für eine regional bekannte Braustätte, die bis 1962 eigenständig blieb. Im selben Jahr wurde die Brauerei zunächst ein halbstaatlicher Betrieb, 1972 schließlich ein volkseigener Betrieb. Der VEB Brauerei Luisenthal zählte dann bis zur deutschen Wiedervereinigung zur Brauerei Gotha – aus heutiger Sicht ein Segen!

Denn 1991 übernahm die Oettinger Brauerei aus Bayern die Gothaer Braustätte und mit ihr den kurz zuvor stillgelegten Betriebsteil Luisen­thal. Den neuen Inhabern – der Brauerfamilie Kollmar – bot sich beim ersten Besuch zwar ein trister Anblick, doch schnell fanden sie eine Antwort auf die Frage, was aus dem Stutzhaus werden könnte: ein Brauerei­museum mit Gasthaus und Pension. Von 1992 bis 1994 wurden die Gebäude mit viel Liebe zum Detail umgebaut und restauriert. Gleichzeitig wurden viele Exponate für das Brauereimuseum und für die Thüringer Heimatstube zusammengetragen, um die sich der Heimatverein Luisenthal bis heute liebevoll kümmert.

Seit 2009 trägt das Stutzhäuser den Titel „Kulturdenkmal“. Im Jahre 2010 wurde der Gebäudekomplex inklusive der Außenanlagen komplett modernisiert und als besonderer Blickfang ein historischer Kupfer-Braukessel im Garten aufgestellt.